Zielsetzung

Im Jahr 2014 bis 2016 wurde vom Deutschen Pflegerat (DPR) innerhalb des OPS Vorschlagsverfahrens 2017 (OPS 1-776) die Umsetzung eines standardisierten pflegerischen Basis-Assessments für Erwachsene gefordert. Ein standardisiertes Basis-Assessment bietet nicht nur wertvolle Informationen über Patientenzustände und Patientenbedürfnisse zur Ableitung des situations- und fallgerechten Pflegebedarfs, sondern kann zudem auf Basis der gewonnenen Informationen einen Mehrwert für die Pflegediagnostik und die pflegerische Entscheidungsfindung darstellen. Darüber hinaus kann ein standardisiertes Basis-Assessment im Kontext der DRG-Kodierung in Kombination mit einem Komplexkode für die Akutpflege zum Einsatz kommen und zudem entscheidend zur Entbürokratisierung und Vermeidung von Doppeldokumentationen beitragen.

Ausgewählte Aspekte des entwickelten pflegerischen Basis-Assessments (BAss)

Das BAss bietet dem Nutzer aufgrund seiner breiten Itemstruktur eine Vielzahl verschiedener Informationen, die ansonsten von der Pflegeperson gesondert erhoben werden müssten. Score-Werte international anerkannter Assessmentinstrumente können durch die Anwendung des BAss ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand ausgeleitet werden. Hierbei ist auf Unterschiede zwischen der EDV-gestützten Version und der Papierversion hinzuweisen.

Auf Basis der durch das BAss erfolgten Patienteneinschätzung ist es mithilfe sogenannter Mappings für beide BAss-Versionen möglich, die Scorewerte folgender Skalen auszuleiten:

- Barthel-Index (Mahoney & Barthel, 1965)
- Erweiterter Barthel-Index (Prosiegel et al., 1996)
- Frührehabilitations-Barthel-Index (Schönle, 1996)
- Die Module 1 bis 4 des „Neuen Begutachtungsassessment (NBA)“ (Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS), 2016).

Auf diese Weise kann der poststationäre Versorgungsbedarf frühzeitig erkannt werden und wesentliche Aufgaben im Rahmen des Entlassmanagements sind bereits erledigt.

Die Umsetzung der Einbindung der Barthel-Indices erfolgte analog der Vorgaben des DIMDI (DIMDI Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (Hrsg.)). Über diesen Weg können die Punktwerte für die Kodierung der U50.- bis U52.- genutzt werden (siehe Kapitel 1.4 der vollständigen Beschreibung). Das ist besonders bedeutend, da die CCL-Relevanz der U50.- und U51.- auch 2018 weiter gestiegen ist.

Für die EDV-basierte Umsetzung ist zudem ein Mapping für folgende Skalen verfügbar:
- Braden-Skala zur Bestimmung des Dekubitusrisikos (Braden & Ayello, 2002)
- Hendrich-Skala zur Bestimmung des Sturzrisikos (Heinze & Dassen, 2002; Heinze et al., 2006)

Zudem erfolgt die Berechnung der Punktwerte und die Durchführung der Mappings automatisch, so dass kein zusätzlicher Zählaufwand für die Anwender entsteht. Aus diesem Grund ist die Softwarelösung der Papierversion vorzuziehen.

Das BAss leistet zentrale Aufgaben im Zusammenhang mit der Entbürokratisierung der Pflegedokumentation und ersetzt die Pflegeanamnese und Kodierung der verschiedensten Assessments. Eine Doppeldokumentation ist somit systematisch abgebaut.

Aktuell befindet sich das BAss für Frühgeborene, Kleinkinder sowie Kinder und Jugendliche in der Entwicklung und wird zukünftig ebenfalls zur Verfügung stehen.

Zur ausführlichen Beschreibung

Die sechs Module des BAss.