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Fachtagung Profession Pflege – Zukunft der Pflege: Personalbemessung & adäquate Finanzierung

Der 12.11.21 war für die Fachgesellschaft Profession Pflege eine Premiere. Sie hat an diesem Tag ihre erste, rein virtuelle Fachtagung veranstaltet. Hochkarätige Referenten beispielsweise des InEK oder des GKV-Spitzenverbands sprachen und diskutierten mit den Gästen über die Notwendigkeit einer sichtbaren Pflege im Gesundheitssystem und die Optionen, die sich für eine qualifizierte Pflege daraus ergeben.

Die Frage „Was ist eigentlich Pflege?“ begleitete die Veranstaltung über den ganzen Tag. Retrospektiv blickend brachte es die Vorsitzende des Errichtungsausschusses der Pflegekammer NRW, Sandra Postel, in einer Podiumsdiskussion auf den Punkt: „Der Gesetzgeber hat sich in der Vergangenheit in Definitionslosigkeit ergangen.“ Prospektiv blickend erscheint als Konsens aller Kongressteilnehmer die Abschaffung dieses Missstandes als eine der Kernaufgaben von Pflegekammern, sobald diese entsprechend ihres Machtpotentials implementiert sind.

Frau Dr. Pia Wieteck, 2. Vorsitzende der Fachgesellschaft Profession Pflege e. V. zeigte in ihrem Beitrag die unterschiedlichen, aktuell diskutierten Personalbemessungssysteme auf. In Ermangelung von Vertretern des Deutschen Pflegerates zeigte sie sowohl die von diesem präferierte Pflegepersonalbemessungsgrundlage PPR 2.0 und PPBI als auch andere mögliche Lösungsansätze auf. Abschließend stellte Sie den von der Fachgesellschaft präferierten Weg vor und räumt mit Gerüchten über die verschiedenen Vorstellungen dieser auf. Auf den aktuellen Zustand blickend, wies sie sowohl auf die in der Fachwelt unumstrittene Rationierung von Pflegemaßnahmen mit den damit verbundenen unerwünschten Ereignissen und Gefahren für Patient*innen hin, welche sich aufgrund des Personalmangels ergeben. Sie fordert eine schrittweise Annäherung an sinnvolle Pflegepersonalbemessungsgrundlagen. Hierzu gehört zunächst eine Analyse des Ist-Zustandes der pflegerischen Versorgungsqualität sowie einer Definition des gewünschten Qualitätsniveaus pflegerischer Arbeit.

In den Vorträgen von Fr. Dr. Mechthild Schmedders, GKV-Spitzenverband SV-GKV, und Herrn Martin Heumann, Geschäftsführer des Krankenhauszweckverbandes Rheinland wurde die teils unterschiedliche Betrachtung des Pflegebudgets durch die Vertragspartner deutlich. Beide Seiten wiesen genau wie auch Herr Christian Jacobs vom InEK auf die Probleme der Budgetierung unter Corona-Bedingungen hin. Herr Jacobs beschrieb im Weiteren in seinem Vortrag die Funktionsweise des Pflegepersonalquotienten, der in diesem Jahr erstmals vom InEK veröffentlicht wurde.

Frau Dr. Schmedders gab zudem Einblicke in den aktuellen Verhandlungsstand zur Ausschreibung eines Pflegepersonalbemessungsinstrumentes. Zudem stellt Sie einen Ansatz für eine künftige Pflegepersonalbemessung vor, welche ebenfalls auf einer standardisierten Pflegeprozessdokumentation mit Pflegediagnosen und Interventionen basiert.

Das gesamte Panel war sich einig, dass die Chancen der professionellen Pflege für eine sichtbarere Abbildung ihrer Tätigkeit durch die weitere Digitalisierung der Pflegedokumentation deutlich ansteigen.

Aus dem positiven Feedback der Teilnehmer zu den Inhalten sowie der Form der Tagung nimmt die Fachgesellschaft den Auftrag zur Fortsetzung der Reihe gerne an.  

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https://www.linkedin.com/pulse/bericht-%25C3%25BCber-die-fachtagung-der-fachgesellschaft-ev-pia

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